Dein Weingeschmack: Die 5 größten Gefahren auf deinem individuellen Weg

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Du weißt welcher Männertyp dir gefällt, aber beim Wein bist du völlig ratlos? Ich kenne so viele Frauen, die sich wünschen, dass sich das ganze Thema Wein EINFACH für sie anfühlt. Die einfach gerne wissen würden, nach welchen Wein im Regal sie greifen müssen, der ihnen dann auch schmeckt. Idealerweise hast du SICHERHEIT im Umgang mit deinem eigenen Weinwissen. Dem ganzen Thema Wein begegnest du auf völlig NEUE ART UND WEISE. Du  kennst deinen ganz persönlichen Weingeschmack.

Es gibt 5 große Gefahren, denen du dich auf dem Weg dorthin stellen musst. Je nachdem, wo auf deinem Weg du dich befindest, werden sie dir bekannt vorkommen. Du weißt: Ich bin davon überzeugt, dass es Sicherheit gibt und den Weingenuss wesentlich einfacher macht, wenn du deine Weinpersönlichkeit kennst. Denn du bist deine eigene Expertin.

Nur du weißt, was dir wirklich schmeckt!

Hier sind nun die 5 häufigsten Gefahren auf dem Weg zu deinem persönlichen Weingeschmack.

Gefahr #1: Du orientierst dich an Anderen, anstatt deinen einzigartigen Weingeschmack zu entdecken

 

„Das ist ein sehr guter Wein, der wird dir schmecken.“ Wenn du fünf Leute fragst, wie ihnen ein Wein schmeckt, dann hörst du fünf verschiedene Meinungen. Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Mensch hat seine ganz eigenen Vorlieben. Verlasse dich nicht auf den Geschmack von anderen, sondern entdecke deine eigene Einzigartigkeit!

Seitdem du noch ein Embryo im Bauch deiner Mutter warst, entwickelt sich dein Geschmackssinn. Überlege mal, wie alt du bist und was du in deinem Leben schon für Geschmacks-Erlebnisse hattest und Erfahrungen gemacht hast. Gibt es einen Menschen, der genau dieselben Erfahrungen und Erlebnisse hatte? Nicht mal, wenn du einen eineiigen Zwilling hast!

In den Niederlanden gibt es einen Spruch zur Meinung der Anderen: Die Menschen um dich herum anderen dürfen nur leere Stimmzettel abgeben.

Wenn es um deine Geschmacksvorlieben beim Wein geht, dann höre nur auf dich. Denn DU stehst im Mittelpunkt deines Weingenusses.

Lass dir von niemandem erzählen, welcher Wein dir schmecken sollte!

Gefahr #2: Du kannst deinen Weingeschmack nicht beschreiben und denkst, du hast noch nicht genug Wissen um Wein beurteilen zu können

 

Vera Birkenbihl unterscheidet ob man mit einem Thema vertraut ist und der Sicherheit, die man darin hat. Sie nannte das den Rhodopsin Effekt und den Rhodopsin Faktor. Man weiß immer in etwa, wie „gesichert“ das eigene Wissen ist.

Ich weiß beispielsweise, dass ich französische Croissant einfach herrlich lecker finde. Dessen bin ich mir zu 100% sicher.

Ich weiß auch, dass ich Französisch spreche. Das ist aber nur zu 60% abgesichert, denn ich weiß, wie ich beim Sprechen herumdruckse und wild gestikuliere. Mal abgesehen von „Guten Morgen, vier Croissants und zwei Baguettes bitte“ hört sich mein Französisch ziemlich holperig an, was ich in den geduldigen Gesichtern meiner Gesprächspartner deutlich ablesen kann.

In ihrem Vortrag „Von Nix kommt Nix“ erklärt Vera Birkenbihl das Phänomen. Keine Sorge! Es reicht, wenn du die Quizfragen 1 und 2 am Anfang (bis etwa Minute 9) machst. Die Lösung kommt ungefähr ab Minute 11 bis 18. Wenn du mal etwas mehr Zeit hast, dann kann ich dir von Herzen den ganzen Vortrag empfehlen. Ich finde diese Frau einfach ungewöhnlich und genial. Und ihr Vortrag geht über zwei Stunden. Er macht neugierig aufs lebenslange Lernen und Entdecken!

Okay, lass uns das auf Wein übertragen!

Du weißt, wenn dir ein Wein schmeckt. Stell dir vor, du hast ein Glas Wein in der Hand, das herrlich duftet. Du nimmst einen Schluck und lässt ihn langsam über die Zunge gleiten. Die Sicherheit, mit der du sagen kannst, „Der schmeckt mir“ ist ziemlich hoch – wahrscheinlich im 80-90% Bereich.

Der zweite Schritt: Beschreiben, was genau es ist, dass dir an diesem Wein schmeckt. Kann sein, dass dir das schwerer fällt und du weniger Sicherheit hast, dich da auszudrücken. Bitte glaube mir: das ist reine Übungssache! Wein beschreiben zu können ist wie eine neue Sprache lernen. Man braucht Vokabeln und muss übersetzten: die Wahrnehmung in Worte fassen. Das braucht Zeit.

Wichtig dabei ist: Dass du nicht weißt, wie du den Geschmack eines Weines beschreiben kannst, heißt in keiner Weise, dass deine Wahrnehmung unsicher oder falsch ist!

Die Tatsache, dass du nicht weißt, wie es heißt, sagt nichts darüber aus, ob du weißt, wie dir der Wein schmeckt

Gefahr #3: Das erhabene „Wein-Kennertum“ lähmt dich

 

Diese Gefahr steht in unmittelbarer Beziehung zu der Gefahr, die ich vorher beschrieben haben. Nämlich mit der Übung über Wein zu sprechen. Und dann kommt jemand daher und kann das so locker flockig und zusätzlich fliegen noch die großen Wein-Namen durch den Raum.

Du merkst, wie du immer stiller wirst und nur noch unbeteiligt an deinem Wein nippst. Der Genuss rückt völlig in den Hintergrund. „Erst wenn ich so über Wein reden kann kenne ich mich aus!“ denkst du dir. Hierauf gehe ich auch in meinem Blogartikel wie du souverän über Wein sprichst näher ein.

Eine der Gefahren, die am Wegesrand auf der Reise zu deinem Weingeschmack lauert ist: die Lähmung durch das erhabene „Wein-Kennertum“.

Ob es nur Angeberwissen ist oder nicht lässt sich wahrscheinlich schwer sagen. Aber eines ist sicher: Das zu wissen hilft dir in diesem Fall nicht weiter.

Wichtiger ist: Wie kannst du damit umgehen?

Eigentlich hast du doch gar keine Lust, dich so Weinschnösel-Experten-mäßig über Wein unterhalten können. Du möchtest im Restaurant keine Fachgespräche über Wein führen und auch im Freundeskreis nicht über Wein fachsimpeln. Was für dich zählt ist, dass du im Restaurant einfach und souverän Wein von der Weinkarte auswählen kannst. Ein Wein, der dir auch wirklich schmeckt.

Mein Lieblingsspruch dazu: Claim your Power!

Hol dir deine Stärke zurück!

Ich wiederhole mich gerne: Nur du weißt, was dir wirklich schmeckt. Auch dabei wird dir deine Weinpersönlichkeit helfen. Denn dann kennst du die Rebsorten und Weine, die dir schmecken, sowie die „Codeworte“ auf die du bei Weinbeschreibungen achten musst.

Du weißt, dass du die Hauptperson bei deinem Weingenuss bisst – der Wein muss in erster Linie zu DIR passen und erst in zweiter Instanz zu deinem Essen!

Gefahr #4: Deine Reise-Ausrüstung ist Schrott!

 

Eine weitere Gefahr ist, dass der Wein, den du probierst einfach kein guter Wein ist. Das kann unter anderem daran liegen, dass er billig produzierte Massenware ist. Beispielsweise aus dem Discounter. Die Weine sind in der Regel ohne Weinfehler (dazu bald mehr), aber oft völlig ohne Charakter. Charakter macht einen Wein interessant. Und interessante Weine laden ein zum Entdecken!

Investierst du Geld in deine Ausrüstung, wenn du auf Weltreise gehst? Klar! Ein guter Rucksack, der auch wirklich hält. Ein Kulturbeutel, der nicht nach dreimal öffnen auseinanderfällt? Das lohnt sich auch beim Wein!

„Aber Elske, bei Aldi gibt es doch auch guten Wein!“.

Ja. Manchmal.

Ich habe in den letzten Wochen bewusst Weine im Discounter und im Supermarkt gekauft. Einfach um zu sehen, wo da das Qualitätsniveau ist. Ich sags mal so: es geht. Aber gerade beim Discounter fehlt den Weinen Charakter.

Mein Tipp: Achte bei Weinkauf darauf, dass du als niedrigste Qualitätsstufe einen Qualitätswein von einem Weingut kaufst. Und dass ich großer Fan von deutschen Weinen bin, ist dir sicherlich nicht verborgen geblieben! Meine Preisempfehlung liegt bei sieben bis 12 Euro für einen Biowein.

Für das Geld bekommst du auch richtig gute Weine im Weinladen. Wenn es nicht zu sehr außerhalb deiner Komfortzone ist, dann traue dich mal da hinein. Es lohnt sich!

Setze beim Wein auf Klasse statt Masse.

Gefahr #5: Du gibst innerlich auf

 

Du hattest im Restaurant mal wieder Lust auf ein Glas Wein und hast von der Karte bestellt, was sich irgendwie „gut“ angehört hat. Aber der Wein schmeckt dir nicht. Dein Partner hat natürlich einen Wein gewählt, der ihm schmeckt und gleichzeitig auch super zu seinem Essen passt. Du sagst dir, dass Weingeschmack leider ein Rätsel ist und bleibt. Du hast so ein Grundgefühl von „Ach man, ich schaffe das nie!“. Gib nicht auf!

Denn es lohnt sich dran zu bleiben. Die Erfahrung kommt mit der Erfahrung.

Aktiviere deinen inneren Entdecker! Weingeschmack ist „Open Source“ und KEIN Buch mit sieben Siegeln. Entdecke deinen Weingeschmack. Es ist ein Abenteuer, dass sich lohnt.

Fazit

 

Eine Reise birgt immer auch Gefahren, aber am Ende der Reise bist du nicht mehr der Mensch, der du zu Beginn warst. Ich weiß wovon ich spreche, denn gerade deswegen bin ich schon immer viel und gerne gereist.
Die größte Gefahr auf der Reise zu deinem Weingeschmack ist, dass du auf andere schaust, anstatt auf dich selbst zu hören.

Mache dich auf und entdecke deinen Weingeschmack. Begegne den Gefahren mit der Sicherheit im Rücken, dass du alles im Gepäck hast, was du brauchst um zum Ziel zu kommen. Denn nur du weißt, was dir wirklich schmeckt.

Entdecke dein Weingeschmack!

Das waren die fünf größten Gefahren, die ich immer wieder bei Menschen auf der Reise zu ihrem persönlichen Weingeschmack beobachte.

Erkennst du dich in einer der Gefahren besonders stark wieder?
Was tust du, um die Gefahr zu bannen? Teile es mit uns in den Kommentaren.
Falls du Fragen dazu hast, dann schreibe mir eine E-Mail.

Photo: KaLisa Veer/Unsplash

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