Rebsorte Riesling: Ich habe keinen Lieblingswein, dafür eine große Liebe!

Rebsorte Riesling
Ove123/Pixabay

Wenn mich jemand nach meinem Lieblingswein fragt, bin ich echt überfragt. Ich habe wirklich keinen Lieblingswein. Ich liebe es, wenn Weine gut gemacht sind und darin echtes Können steckt. Aber wenn ich mir abends ein Gläschen Wein einschenke, lande ich immer wieder beim Riesling. Daher würde ich sagen: Ich habe keinen Lieblingswein, sondern eine Lieblings-Rebsorte.

Deutscher Riesling führt

 

Die deutschen Weinberge sind zu über zwanzig Prozent mit der Rebsorte Riesling bepflanzt. Das sind insgesamt 23.596 Hektar. Damit ist Riesling flächenmäßig mit Abstand die größte deutsche Weißwein-Rebsorte (Quelle: Deutsches Weininstitut). Auch weltweit hat Deutschland die größte Riesling-Gesamtfläche – fünfmal mehr als die USA, die das Land mit der zweitgrößten Fläche an Riesling-Reben sind. Kein Wunder, denn Deutschland kann mit richtig guten Riesling-Weinen aufwarten!

Welche Art von Wein kann man aus Rieslingtrauben machen?

 

Die Beeren vom Riesling haben eine gelb-grünliche Farbe (siehe Titelbild). Riesling hat – auch noch in vollreifem Zustand – einen relativ hohen Säuregehalt. Die Physiologie der Säure ist folgende: Im Reifeprozess baut sich die Säure langsam ab. Das kennst du von anderen Früchten. Je länger sie nachreifen, desto weniger „sauer“ schmecken sie. Dasselbe passiert bei Trauben, wenn sie am Stock hängen.

Riesling hat, mit anderen Rebsorten verglichen, eine lange Reifezeit. Das heißt, sie ist eine der Rebsorten, die als letztes geerntet werden. Je länger die Reifezeit, desto niedriger die Säure und desto höher der Gehalt an reifen Fruchtaromen. In der Reifezeit wird Zucker in den Beeren gebildet. Daher nimmt mit zunehmender Reife auch die Zuckerkonzentration in den Beeren und somit auch der Alkoholgehalt im späteren Wein zu.

 

In Deutschland sind die Qualitätsstufen im Weingesetz geregelt. Sie orientieren sich am Reifegrad der Trauben. Faustregel: Je höher der Reifegrad, desto höher der Zuckergehalt und desto höher die Qualitäts- bzw. Prädikatsstufe.
Weinrechtlich wird unterschieden zwischen „Qualitätswein“ und „Prädikatswein“. Qualitätsweine müssen aus einem bestimmten deutschen Anbaugebiet kommen, einen Mindestgehalt an Zucker haben und noch ein paar andere Anforderungen erfüllen. Prädikatsweine haben zusätzliche Regeln bezüglich der Weinbereitung. Die Prädikatsstufen der Prädikatsweine sind – aufsteigend nach Reifegrad der Trauben – Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein. Es gibt übrigens keine Pflicht, Weine in Prädikatsqualität auch als solche zu kennzeichnen. Manche Weingüter verzichten bewusst darauf… mehr dazu gibt es demnächst.

 

Jetzt noch mal zu den Weinen, die aus Rieslingtrauben in unterschiedlichen Reifegraden entstehen können.


Was dir bis jetzt klar sein dürfte: Rieslingwein, der zu Qualitätswein oder Kabinett (= erste Prädikatswein-Stufe) ausgebaut wird, hat einen ganz anderen Charakter als eine später geerntete Spätlese oder Auslese. Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein trockener Riesling Qualitätswein oder Kabinett ist eher ein spritziger und schlanker Wein. Er hat meistens eine belebende Säure.
Eine Riesling Spätlese oder Auslese, die als trockener Wein ausgebaut wurde, hat wesentlich reifere Fruchtaromen und einen höheren Alkoholgehalt. Die verbliebene Säure sorgt aber trotzdem für Eleganz in den Weinen. Die „VDP.Großes Gewächs“- Weine gehören beispielsweise in diese Kategorie  (z.B. 2015er Tafelstein, Großes Gewächs, Riesling trocken vom Weingut Brüder Dr. Becker… saulecker).

Typische Rieslingaromen

 

Die Rebsorte hat typische Zitrus- und Pfirsicharomen. Auch Apfelaromen kommen vor… von grünem bis rotem Apfel. Das liegt in deiner ganz persönlichen Geschmacks-Assoziation! Je nach Ausbauvariante und Alter des Weines kann Riesling auch Honig- und Petrolnoten haben.


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Wem schmeckt Riesling?

 

Die Frage aller Fragen… Manch ein überzeugter Rieslingwinzer würde wohl sagen „Wem schmeckt Riesling nicht?“ :)

Ich halte dagegen: Geschmäcker sind unterschiedlich! Genau diese Unterschiedlichkeit macht den Weingeschmack so interessant!

Es ist wie bei Farben. Vor einigen Jahren habe mich zu diesem Thema beraten lassen. In der Farbberatung habe ich erkannt, dass es einige Farben gibt, die an anderen Menschen total schön aussehen, mir aber überhaupt nicht stehen (bei mir ist das beispielsweise beige… geht gar nicht).
Sehr hilfreich ist mir dabei immer noch, dass es eine bestimmte Palette von Farben gibt, die zu mir passen – zu meinem Farbtyp eben. Denn obwohl jeder Mensch natürlich einzigartig ist, gibt es doch ein bestimmtes Sortiment, das gut zu einem bestimmten Typus passt. Das war eine super-interessante Erfahrung: Die Farbe muss zum Menschen passen.

 

Der Wein muss zum Menschen passen und nicht andersherum

Auch in einem anderen Bereich hat mir das die Augen geöffnet. Es ist für viele Weintrinker SO schwierig, beim Weinkauf die „richtige“ Auswahl zu treffen. Auch wenn es der bestprämierte und teuerste Wein der Welt ist… Wenn er dir nicht schmeckt, ist er nicht der Richtige für dich.
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Wein zum Menschen passen sollte und nicht der Mensch zum Wein. Ich konnte aufgrund meiner langjährigen 1:1-Erfahrung in Weinproben, Weinseminaren und Beratungen sechs Wein-Geschmackstypen herausarbeiten und ihnen jeweils eine Palette von Weinen zuordnen.

 

Wein-Geschmackstypen denen Riesling schmeckt

Von den sechs Wein-Geschmackstypen schmeckt Riesling auf jeden Fall dem „Beschwingten Typ“. Der „Beschwingte Typ“ mag spritzige und säurehaltige Weißweine, deren Alkoholgehalt nicht über 12 %Vol. liegt. Seine Weine sollten belebend, elegant und schlank sein.

Die vollreifen Rieslinge in Spätlese- und Auslesequalität (siehe oben) passen zum „Abenteuerlichen Typ“, dessen Weine immer anders, spannend und experimentell sein dürfen. Zum „Abenteuerlichen Typ“ passen auch Rieslingweine, die schon einige Jahre gereift sind und eine Alterungsnote (Petrolton) haben.

Findest du dich wieder? Dann wäre heute Abend ein Fläschchen Riesling GENAU das Richtige für dich!

Wenn du mehr über deinen Wein-Geschmackstyp erfahren möchtest, dann habe ich ein Angebot für dich, das du dir unbedingt anschauen solltest: Mit dem „Genau Mein Wein!“ Paket (hier klicken) folgst du den Spuren zu deinem ganz persönlichen Weingeschmack.

Fazit

 

Riesling ist, nicht nur auf die Fläche bezogen, Deutschlands „größte“ Rebsorte. Rieslingweine aus Deutschland haben eine feine Säure und wirken in der Regel auch noch bei höheren Alkoholgehalten elegant. Die Rebsorte hat typische Zitrus-, Apfel- und Pfirsicharomen und kann je nach Ausbauvariante Honig- und Petrolnoten haben.
Für meinen Weingeschmack ist Riesling perfekt. Wenn ich mich (geschmacklich) für eine Rebsorte entscheiden müsste, dann könnte ich wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit Riesling trinken.

Welche Erfahrung hast du mit Riesling gemacht? Entspricht er deinem ganz persönlichen Weingeschmack?
Schreib uns jetzt in den Kommentaren!

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Kommentare: 2
  • #1

    Claudia Royston (Montag, 30 Oktober 2017 19:27)

    Sehr interessanter Artikel! Ich entwurfe meine erste Reise nach dem Rheingau fuer naechstes Jahr. Vielleicht koennen wir uns treffen. MfG, Claudia

  • #2

    Elske Schönhals (Donnerstag, 02 November 2017 12:09)

    Hallo Claudia,
    nach sieben Jahren im Rheingau kann ich sagen: er ist wunderschön und eine Reise wert. Ich wohne zwar nicht mehr dort, aber du kannst mir gerne schreiben, z.B. über das Kontaktformular oben auf der Seite.
    Viele Grüße, Elske