[Sisters in wine] Mein Wein im Frühling ist der ideale Wein für Lebensfreudige

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Demetrius Washington/Unsplash

Es wird wärmer, die Gerüche kommen zurück. Das frühmorgendliche Vogelgezwitscher verkündet, worauf wir alle schon sehnsüchtig warten: Der Frühling ist da! Bei mir kehrt dann in der Regel die Lust auf Weißwein wieder ein. Und er darf nach Frühling schmecken. Mein Wein im Frühling ist der perfekte Wein für den Lebensfreudigen Wein-Geschmackstyp.

Komm mit und entdecke die Frühlingsweine. Am Ende meines Artikels habe ich ein paar konkrete Wein-Empfehlungen für dich, damit du auch selbst probieren und experimentieren kannst.


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Die „Sisters in wine“ sind Hanneke und Elske Schönhals. Sie lieben Wein und arbeiten damit – genau so individuell, wie sie selbst sind. Hanneke ist die Frau der Tat und kreiert lebendige Weine in ihrem Bioweingut in Rheinhessen. Elske ist die Entdeckerin und und nimmt Menschen auf ihrem Blog mit auf die Reise zu ihrem persönlichen Weingeschmack. Jeden Monat veröffentlichen sie unabhängig voneinander einen Blogartikel zu einem gemeinsamen Thema.


Mein Wein im Frühling ist Frühlingswein

 

Mein Wein im Frühling ist ein echter Frühlingswein. Frühlingswein bedeutet für mich, dass der Wein die Leichtigkeit und die Zuversichtlichkeit in sich trägt, die auch der Frühling mitbringt. Frühlingswein ist unkompliziert und fügt sich mühelos ein. Auch zum typischen Frühlingsessen, wie Spargel passt er. Denn gerade bei Spargel darf der Wein nicht aufdringlich sein, damit das feine und dezente Aroma nicht vom Wein erschlagen wird.

Wie alt ist mein Wein im Frühling

 

Jetzt, Ende März 2018, ist der Wein der Traubenlese 2017 zwischen fünf und sechs Monaten alt. Das ist für Wein noch ziemlich jung. In der Regel werden ausschließlich leichte, frische Weißweine so jung abgefüllt.


Die Trauben der Traubenlese 2017 sind an Reben gereift, die im Frühling 2017 aus den Knospen des Vorjahres ausgetrieben sind. Wie eine Knospe zu dem Zeitpunkt aussieht, kannst du in meinem Artikel zum Rebschnitt sehen.


Und jetzt kommt ein Detail, dass mich selbst total überrascht hat, als ich es zum ersten Mal hörte und es dich wahrscheinlich auch überraschen: Die Entscheidung darüber, wie viele Gescheine, also Vorstufen für die Traubenblüten, in den Knospen angelegt werden, hing schon von den Lichtverhältnissen im Sommer 2016 ab!


Das bedeutet, dass das mein Wein im Frühling zwar nur etwa ein halbes Jahr alt ist. Aber: Mein Wein wurde schon in der Knospe des Vorjahres der Traubenlese als Information „gespeichert“. Wichtige Entscheidungen über den Wein in meinem Glas wurden bereits fast zwei Jahre vorher getroffen. Faszinierend, oder?

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Junge Rebe mit 5 Blättern und einem Geschein (Anlage der Rebblüten)

Wein(reben) im Frühling

 

Die Weinreben im Frühling sind zunächst noch im Winterschlaf. Nach dem Rebschnitt scheint sich erst einmal wenig bis nichts zu tun. Durch die Wärme der Sonne belebt sich der Boden und die Reben erwachen aus dem Winterschlaf. Die Knospen schwellen und treiben dann aus. Innerhalb kürzester Zeit kommen die Triebe mit den ersten Blättern und Gescheinen (die im Vorjahr angelegten Traubenblüten) zum Vorschein.

Die Zeit der Rebblüte ist etwa Mitte bis Ende Juni. Sie ist sehr dezent, also stelle dir keine wogenden Blütenmeere vor. Nutze doch einfach diese Zeit für einen Kurztrip in eines der vielfältigen Weinanbaugebiete Deutschlands und mache dir dein eigenes Bild davon!

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Rebblüten sind eher ein Understatement

Weine die nach Frühling schmecken


Mein Wein im Frühling ist definitiv ein Weißwein. Er ist duftig und leicht. Eher ein Qualitätswein oder ein Prädikatswein der Stufe Kabinett, auf keinen Fall eine vollreife und saftige Spätlese. Bei Weingütern die das „Gutswein, Ortswein, Lagenwein“-Model für ihre Qualitätsstufen eingeführt haben musst du eher bei den Gutsweinen schauen.


Mein Wein im Frühling darf gerne etwas Restsüß sein. Das heißt also, dass die Hefen nicht den gesamten Zucker aus dem Traubenmost vergoren haben. Bis 9 Gramm pro Liter restlichem Zucker im Wein (in Fachkreisen „Restsüße“ genannt), gilt der Wein immer noch als Trocken.


Das gibt den Weinen ein besonderes Säure-Süße Spiel. Es spiegelt für mich diese Ambivalenz des Frühlingsanfangs: kalte Nächte und warme Tage.

 

 

Wem schmecken die typischen Frühlingsweine?

 

Die Antwort, wem die typischen Frühlingsweine schmecken, mache ich an meinen Wein-Geschmackstypen fest. Denn jeder hat einen individuellen Wein-Geschmackstyp, dessen Rebsorten und Weine perfekt zu ihm beziehungsweise zu ihr passen. Wenn du dich dem Wein mal von einer ganz anderen Seite näher möchtest, dann schau dir unbedingt mein Wein-Geschmackstypen Paket an!

 

Mein Wein im Frühling für den Lebensfreudigen Typ

Zusammengefasst ist mein Wein im Frühling der perfekte Wein für den Lebenfreudigen Wein-Geschmackstyp. Ihm schmecken Weine wie Rivaner, ein leichter trockener Weißwein aus der Rebsorte Müller-Thurgau, ein leichter Weißburgunder oder ein typischer Silvaner. Auch Perlwein, also ein Wein mit Kohlensäure, schmeckt dem Lebensfreudigen Typ besonders gut, solange er eine milde Säure hat.
 

Mein Wein im Frühling für weitere Wein-Geschmackstypen

Weitere Wein-Geschmackstypen, denen Frühlingsweine schmecken sind der Beschwingte Typ und der Romantische Typ.


Dem Beschwingten Typ schmecken die Frühlingsweine, die etwas mehr Säure haben. Beispielsweise alle leichten Weine der Rebsorte Riesling mit etwas Restüße. Auch die leichten Weine der Rebsorte Sauvignon Blanc, mit eher grünen, vegetativen Noten passen super zu diesem Wein-Geschmackstyp.


Zum Romantischen Typ passen die leichteren, trockenen oder halbtrockenen Weißweine der Aroma-Rebsorten, wie beispielsweise der Rebsorte Scheurebe.

 

Rotwein als Frühlingswein?

Mir persönlich macht der Frühling Lust auf Weißwein. Das Aufleben der Natur mit dem frischen Grün passt für mich eher zu den hellen Weinfarben. Auch die Frühlingsgemüse sind eher hell von ihrer Farbe. Das wichtigste Detail aus dem Buch „Wein und Gemüse“ war für mich die Grundregel für das Kombinieren von Wein und Essen: Die aromatische Grundfarbe des Essens gibt die Weinfarbe vor.


Wer aber Rotwein liebt sollte natürlich nicht darauf verzichten müssen, nur weil Frühling ist! Dem Lebensfreudigen Typ schmecken die Rotweine des Behaglichen Typs, wie milde Dornfelder oder Frühburgunder. Der Romantische Typ kann sich auf leichte Rotweine aus der Rebsorte Spätburgunder oder Frühburgunder freuen.

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So macht Wein entdecken Spaß! Die #sistersinwine auf der Prowein2018

Die sieben perfekten Frühlingsweine 2018

 

Damit ich dich nicht auf der trockenen Theorie sitzen lasse, möchte ich dir jetzt auch noch die perfekten Frühlingsweine 2018 vorstellen. Denn sie liegen mir nach der Prowein 2018 quasi noch auf der Zunge! Manch ein Weingut wird dir aus meinem Artikel zu den Frühlingsweinen 2017 bekannt vorkommen. Nochmal zur Erinnerung: Der aktuellste Jahrgang in der Flasche ist 2017 – selbst wenn dies das Jahr 2018 ist.

 

1. Silvaner (Gutswein) // 2017 // Weingut Brüder Dr. Becker

Die Rebsorte Silvaner gehört zu den wichtigsten Rebsorten in Rheinhessen. Wenn der Silvaner eine Person wäre, dann würde Kersten Krämer-Antony vom Weingut Brüder Dr. Becker ihn als Person folgendermaßen beschreiben: „Er fügt sich in jede Gruppe problemlos ein, denn er hat eine unkomplizierte Persönlichkeit und ist dabei trotzdem nachhaltig.“ Dieser Wein hat für eine kräuterige, leicht grüne Note und ist ziemlich fruchtig für einen Silvaner.

 

2. Grüner Silvaner // 2017 // Weingut Hothum

Silvaner und grüner Silvaner sind Synonyme für ein und dieselbe Rebsorte. Lass dich also nicht verwirren von den zwei unterschiedlichen Bezeichnungen. Dieser Wein ist laut Andreas Hothum „ein bisschen schüchtern und bodenständig, hat aber einen feinen Charakter“. Ich kann seine Charakterbeschreibung absolut nachvollziehen, denn der Wein hat eine milde Säure und einen dezenten Duft, ist aber auf der Zunge trotzdem „da“.

 

3. Weißburgunder (Gutswein) // 2017 // Weingut Landgraf

Der Weißburgunder in Gutswein-Qualität ist zwar trocken und hat eine eher höhere Säure für einen Weißburgunder. Im Geschmack wirkt diese jedoch mild. Der Weißburgunder in passt perfekt zum Lebensfreudigen Wein-Geschmackstyp. Er ist durch seine feine Art ein wunderbarer Begleiter zu Spargel. Der ideale Frühlingswein.

 

4. „Don't worry be happy“ // 2017 // Weingut Zähringer

Mit „Don't worry be happy“ hat das Weingut Zähringer sowohl geschmacklich wie auch namentlich den Nagel auf den Kopf getroffen. Wunderbare Lebensfreude, Leichtigkeit und Unbeschwertheit kommen mit diesem Wein ins Glas! Der Wein ist eine Cuvée aus der Rebsorte Weißburgunder und der neuen, pilzwiderstandsfähigen Rebsorte Johanniter, sowie einem „Blumenstrauß“ aus weiteren, pilzwiderstandsfähigen Rebsorten.

 

5. Riesling von der Nahe // 2017 // Weingut Forster

Das Weingut Forster liegt an der Nahe und hat eine faszinierende Vielfalt an verschiedenen Bodeneigenschaften, die ich so noch nicht häufig innherhalb so kleiner Fläche gesehen habe. Durch diese verschiedenen Böden haben sie sehr unterschiedliche Weine, gerade bei der Rebsorte Riesling.

Dieser „Riesling von der Nahe“ hat ein wunderschönes Säure-Süße Spiel. Er passt mit seiner höheren Säure zum Beschwingten Typ, ist jedoch so charmant und geschmeidig, dass er auch dem Lebensfreudigen Typ schmecken könnte.

 

6. Rivaner // 2017 // Weingut Schönhals

Der Rivaner meiner „Sister in wine“ Hanneke ist ein perfekter Wein für den Lebensfreudigen Typ. Er ist ein genialer Begleiter für die frühlingshaften Nachmittage auf der Terrasse oder im Park. Dieser Rivaner hat eine milde Säure das dezente muskatige Aroma, dass ein Rivaner manchmal haben kann. Dieser Duft macht ihn auf eine leichte Art sehr charmant. Ein angenehmer, unkomplizierter Zeitgenosse.

 

7. ZeroS // 2017 // Weingut Gustavshof

Einen Bonus habe ich noch! Nämlich einen roten Frühlingswein. Es ist der ideale Wein für den Behaglichen Typ, der auch dem Lebenslustigen Typ schmecken wird. Dieser Wein ist eine Cuvée aus der Rebsorte Dornfelder und der pilzwiderstandsfähigen Rebsorte Regent. Er hat eine milde Säure und wirkt angenehm weich und fruchtig. „Zero S“ bedeutet, dass er nicht geschwefelt ist. Es wurden keine Sulfite zugesetzt. Mehr über Schwefel im Wein findest du in meinen Artikel Naturwein. Die zusätzliche Besonderheit ist, dass der Wein Histamin geprüft ist. Das ist eine gute Nachricht für die Histamin-geplagten Weintrinker, die eigentlich auf Rotwein verzichten müssten.

Fazit: Mein Wein im Frühling

 

Natürlich gibt es noch unendlich viele weitere super-leckere deutsche Weine. Dies ist nur eine kleine Auswahl meiner persönlichen Highlights. Hier haben mich nicht nur die Weine, sondern auch die Weingüter mit ihrer Philosophie überzeugt. Es sind allesamt Bioweine aus Deutschland.


Mein Wein im Frühling ist ein frischer Weißwein. Er ist leicht und unkompliziert mit milder Säure und feinem Duft. Herrlich!

Entdecke unbedingt Hannekes „Sisters in wine“  März-Artikel: [Sisters in wine] Adieu Winter, hallo Frühling

Welche Weine trinkst du gerne im Frühling?

Schreib mir jetzt in den Kommentaren und lass uns alle teilhaben.

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Kommentare: 2
  • #1

    Giulietta (Freitag, 30 März 2018 11:02)

    Hallo, Sisters in wine,
    man mag es kaum glauben - aber mein Lieblings-Weißwein ist immer noch "Hanneke" vom Weingut Schönhals, weil er wunderbar leicht daherkommt und einfach unkomplizierten Genuss bietet. Die letzten, verbliebenen Flaschen werden uns durch das Osterfest begleiten und uns sowie unseren Gästen Freude bereiten.
    Weiterhin viel Spaß und Erfolg!

  • #2

    Elske Schönhals (Freitag, 30 März 2018 20:52)

    Liebe Giulietta,
    super! Das freut mich sehr zu hören. Den Hanneke weiß finde ich auch sehr gelungen - hast du den neuen Hanneke rot auch schon probiert. Er ist echt genial lecker. Viel zu günstig, finde ich, aber das bleibt unter uns... ;)
    Weiterhin viel Freude beim Entdecken,
    Elske