Aktuell im Juli: Es grünt so grün wenn Deutschlands Reben… wachsen

Blick in den Weinberg im Juli: Es grünt so grün wenn Deutschland Reben… wachsen
S. Roßmann

Vielleicht wohnst du nicht in einem Weinanbaugebiet und siehst es daher nicht jeden Tag. Aber du hast mich – ich halte dich auch über das Winzerjahr auf dem Laufenden :)

Was passiert gerade alles im Weinberg? Welchen Einfluss hat das ungewöhnliche Wetter?

 

Die Reben wachsen und wachsen und wachsen. Dieser Weinberg hat noch keinen Frisör, in Form eines Laubschneiders, gesehen. Besonders lange wird es aber nicht mehr dauern.

Es ist dabei allerdings von Vorteil, so lange wie möglich mit dem Schnitt der Laubwand zu warten. Denn durch das Kappen der Spitzen wird das vegetative Wachstum angekurbelt. Das bedeutet: noch mehr Blätter. Jetzt sollen aber noch die Trauben im Mittelpunkt stehen.

Und so sehen sie gerade aus...

Blick in den Weinberg im Juli: Spätburgunder-Beeren im Schrotkornstadium

… zumindest die Spätburgunder-Trauben dieses Weinbergs in der Pfalz. Nach dem Rebschnitt und Biegen sind die Knospen ausgetrieben. Sowohl Blätter als auch Gescheine (Winzerlatein für: die Anlagen mit den Blüten, die später die Trauben werden) haben sich entfaltet und entwickelt. Nach der Blüte waren schon klitzekleine Beeren zu sehen. Momentan wachsen diese und werden größer.

Auf dem Photo sieht man übrigens auch noch vereinzelt die Blütenkäppchen. Das sind die eingetrockneten „Krönchen“, die noch an den Beeren hängen. Ich habe mal drei komplette Monate in Australien damit verbracht, diese winzigen Wunder der Natur zu zählen. Ich meine jetzt nicht nur ein paar… nein, TAUSENDE dieser Dinger… das war echte Forschungsarbeit. Du kannst dir vorstellen, dass sie mir dadurch besonders auffallen. Sie sind außer klein auch wirklich sehr hübsch.


Aber zurück zum Thema! Wie ich schon in meinem letzten Beitrag erwähnt habe:

 

Die Weinqualität entsteht im Weinberg.

Dafür gibt es gerade einiges zu tun. In diesem Jahr ist der Pflanzenschutz enorm wichtig. Pflanzenschutz zählt im eigentlichen Sinne nicht zu den Qualitäts-Maßnahmen. Allerdings profitieren die Trauben von gesunden Weinreben, denn diese versorgen sie mit Nährstoffen, Zucker und Aromen. Durch das feucht-warme Wetter feiert Peronospera (aka „falscher Mehltau“) eine Riesenparty in den Weinbergen. Sowohl Blätter als auch Trauben sind befallen.

Eine wichtige Qualitäts-Maßnahme ist das gezielte Entblättern der Traubenzone. Dadurch kann diese besser durchlüftet werden und die Feuchtigkeit schneller abtrocknen. Des Weiteren kann der Winzer Trauben wegschneiden, um den Ertrag zu reduzieren und die Qualität der übrig gebliebenen Trauben zu erhöhen.

Nun harren wir alle der Dinge, die da noch kommen. Hoffentlich weniger Regen und gute Reifebedingungen für die Trauben.
Das 2016er Winzerjahr ist auf jeden Fall herausfordernd für die deutschen Winzer und ich bin schon sehr gespannt auf den Jahrgang.

Doch einstweilen heißt es: Abwarten und Wein trinken :)

 

 

Hast du eine Frage zum Winzerjahr? Ich beantworte sie dir gerne! Schreibe mir einen Kommentar unten - ich freue mich auf deinen Beitrag.

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Kommentare: 1
  • #1

    Giulietta (Samstag, 30 Juli 2016 13:03)

    Es beruhigt mich zu lesen, dass Mehltau nicht nur meine Pflanzen im Garten befällt und ich denke, dass ich etwas falsch gemacht habe. Das scheint ja wirklich am Wetter zu liegen! Die Belüftungsanregung werde ich auch mal probieren, vielleicht bringt es ja auch bei meinen Gewächsen etwas.
    Danke für die interessante Schilderung!
    LG aus dem Emsland